Forschungspreis 2018 der Schweizerischen Hirnliga geht an UPD-Forschende

09.03.2018

​Der Forschungspreis der Schweizerischen Hirnliga geht dieses Jahr an die Forschungsgruppe von Prof. Sebastian Walther und Dr. Katharina Stegmayer von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UPD.

Die Forscher konnten erstmals zeigen, dass ungefähr die Hälfte aller Schizophrenie-Patienten an einer Störung der Gestik leidet.

Viele Schizophrenie-Patienten haben ein Problem mit der Kommunikation und der sozialen Interaktion. Davon betroffen ist auch die nonverbale Kommunikation, zum Beispiel die Mimik, die emotionelle Sprachmelodie oder die unwillkürliche Begleitgestik der Arme und Hände beim Sprechen. Ausgehend von dieser Erkenntnis untersuchte die Forschungsgruppe von Walther und Stegmayer eine weitere Komponente der nonverbalen Kommunikation: die Gestik. Es zeigte sich, dass ungefähr die Hälfte aller Schizophrenie-Patienten Störungen der Gestik aufweisen.
Dabei konnten die Forscher erstmals nachweisen, dass die Defizite sowohl die Wahrnehmung und Deutung der Gesten, wie auch deren Ausübung betreffen und dass diese Komponenten untereinander korrelieren, also kausal zusammenhängen. Das heisst: Der Patient, der Gesten von Mitmenschen nicht richtig interpretieren kann, kann sie selber auch nicht richtig ausführen. Oder umgekehrt: Wer Mühe hat beim Gestikulieren, der hat auch Mühe bei der Interpretation
von Gesten. Die Erkenntnisse sind nicht nur für die Schizophrenie-Forschung von grosser Bedeutung, denn auch bei anderen neurologischen Erkrankungen gibt es Störungen der Gestik, die mit dem Gestennetzwerk zusammenhängen.

Die Untersuchungen der Forschungsgruppe der UPD liefern wichtige Erkenntnisse zum Verständnis des entsprechenden Netzwerkes im Gehirn. Ausgehend davon erhofft man sich, spezifische Therapien entwickeln zu können.

Medienmitteilung der Hirnliga