Spezialangebote für Kinder und Jugendliche

Als Universitätsspital hat die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie einen erweiterten Auftrag in der spezialisierten Versorgung.

Autismus-Angebote

Autismus - Sprechstunden

Diese Angebote stehen unter ärztlicher Leitung und richten sich an Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, bei welchen der Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) besteht.
Die Sprechstunden dienen der Diagnosestellung und der Beratung. Zur Diagnose führen klinische Interviews, eine umfassende Anamnese sowie ausführliche neuropsychologische und autismusspezifische Untersuchungen, inkl. ADOS. Alle Abklärungen erfolgen durch ein interdisziplinäres Team.

weitere Angebote:

• Einzeltherapie und Familientherapie: Bei allen 4 regionalen Ambulanzen
• Standort- und Netzgespräche
• Einleitung angemessener Unterstützungsmassnahmen in der Schule oder Ausbildung
• Bei Bedarf: ergänzende Therapien z.B. Ergotherapie, Logopädie werden nach Bedarf verordnet

Die Sprechstunden werden regional in allen 4 Versorgungsregionen (Bern, Biel/Bienne, Emmental/Oberaargau, Oberland) angeboten.

Anmeldung

Region Bern
Ambulante KJP, Standort Bern, Effingerstr 6, 3011 Bern, 031 300 39 60

Region Biel/Bienne
Ambulante KJP, Standort Biel/Bienne, Kloosweg 24, 2502 Biel/Bienne, 032 328 66 99

Region Berner Oberland
Ambulante KJP, Standort Interlaken, Bahnhofstrasse 20, 3800 Interlaken, 033 826 02 10

Region Emmental/Oberaargau
Ambulante KJP, Standort Burgdorf, Dunantstrasse 7b, 3400 Burgdorf, 034 420 45 00

Fachgruppe Autismus

Leitung
Dr. med. E. Siegenthaler, Chefärztin

Mitarbeiter
lic. phil. M. Huber, lic. phil. C. Nievergelt, Dr. med. A. Simon-Jödicke

Aufgaben
Weiterbildung, interne Supervision, Qualitätssicherung Diagnostik, überregionale Therapieangebote

Regionale Therapieangebote

Ambulante KJP Region Emmental / Oberaargau
Gruppentherapie TOMTASS ein Ambulantes Soziales Kompetenztraining für Kinder, 24 Termine

Überregionale Therapieangebote am Standort Bern

Gruppentherapien

  • Asperger Social Club I und II: Niederfrequente Gruppentherapien für Jugendliche ab 13 Jahre (ca 6-wöchentlich) unter Leitung von lic. phil. M. Huber und einer Psychologin
  • Aspie – Scouts Spielegruppe: Niederfrequente Gruppentherapie unter Leitung von lic. phil M. Huber und lic. phil. C. Fontanellaz (aktuell keine freien Plätze)
  • 2-teilige Informationsveranstaltung (2-teilig) für Eltern von Kindern und Jugendlichen von 8 – 18-jährig mit Asperger-Syndrom oder Autismus mit hohen kognitiven Funktionen

Auskunft und Anmeldung für alle überregionalen Gruppenangebote bei Eva Nydegger, vnydggrpdch

Einzeltherapie bei lic. phil. M. Huber, nur bei spezieller Indikation und nach Zuweisung durch eine der vier regionalen Fachstellen.

Migration-Sprechstunde und Migration-Kompetenz für Kinder und Jugendliche

Die Ambulanten KJP Bern bietet für Kinder und Jugendliche der Region Bern eine Migration-Sprechstunde unter ärztlicher Leitung.

Kinder und Jugendliche der anderen Regionen werden weiterhin in den jeweils zuständigen regionalen Ambulanten KJP beurteilt und behandelt.

Die Migration-Kompetenz für Kinder und Jugendliche beinhaltet eine klinikinterne spezifische Supervision, sowie eine Beratung und Vernetzungstätigkeit klinikintern und extern. Sie unterstützt Therapeuten aus dem ganzen Kanton Bern.

Ansprechperson

Dr. med. Àdàm Bodò, Oberarzt, Ambulante KJP Bern

Ambulante Behandlung zu Hause (BezuH)

Die BezuH ist eine therapeutisch- pädagogische Dienstleistung der Ambulanten KJP Region Oberland, welche Familien in ihrer natürlichen Lebenswelt erlebt und die psychiatrischen Probleme dort angeht, wo sie entstehen, aufrechterhalten werden und sich zeigen. Die BezuH ist ein Bestandteil eines multimodalen kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlungsplans.

Es muss eine psychiatrische Erkrankung beim Kind / Jugendlichen bestehen. Das Kind oder der Jugendliche, sowie die Eltern werden durch den Fallverantwortlichen oder den Triagedienst auf das Angebot aufmerksam gemacht und mit ihnen die Möglichkeit der aufsuchenden Begleitung bezogen auf ihre Situation / Problematik als Lösung näher beleuchtet. Wichtig ist, dass alle Familienmitglieder mit der Intervention einverstanden sind und ihre Anliegen formulieren können.

Ansprechperson

lic. phil. Inga Köster, Leitende Psychologin Ambulante KJP Oberland

EMSKI: Eltern/Mutter – Säugling/Kleinkind Interaktionsbehandlung

Das EMSKI ist ein Angebot der Ambulanten KJP Emmental/Oberaargau für psychisch erkrankte Mütter/Eltern mit Säuglingen oder Kleinkindern im Alter von 0-3 Jahren im Anschluss an eine stationäre Behandlung beim SRO Langenthal und für psychisch hoch belastete Teenagermütter aus dem ganzen Kanton.

Das EMSKI bietet zwei Therapieplätze an, die nach einem Vorgespräch vergeben werden. Betroffene Familien werden bis zu 12 Wochen begleitet. Die Behandlung ist integrativ und umfasst ein therapeutisches Angebot in der Ambulanten KJP sowie Behandlung zuhause durch einen Psychiatriepfleger. Wir arbeiten mit der Marte Meo Methode, bei der Videoaufnahmen für individuelle Rückmeldungen über die Kommunikation zwischen Eltern und Kind genutzt werden.

Leistungen

  • Förderung der elterlichen intuitiven Fähigkeiten
  • Förderung der Mutter/Eltern-Kind Beziehung
  • Therapie von frühen Regulationsstörungen
  • Prävention von Bindungsstörungen

Ansprechperson

Dr. med. Angela Simon-Jödicke, Leitende Ärztin, Ambulante KJP Emmental/Oberaargau

DBT-A Behandlungsprogramm

Dialektisch-Behaviorale-Therapie für Adoleszente

Das störungsspezifische Behandlungskonzept ist gedacht für Jugendliche mit Beeinträchtigung in der Regulation von Spannungen und Emotionen, in der Nähe-Distanz-Regulation sowie in den sozialen Beziehungen. Charakteristisch sind wiederholte krisenhafte Zuspitzungen, die sich in suizidalem und parasuizidalem Verhalten äussern.
Der Einschluss in das Behandlungsprogramm soll nicht aufgrund der Diagnose Borderline-Störung, sondern anhand der Symptomatik erfolgen. Einerseits weil die Diagnose einer (Borderline-)Persönlichkeitsstörung im Jugendalter nach wie vor umstritten ist, andererseits weil wir davon ausgehen, dass auch Jugendliche mit einer anderen Diagnose vom Behandlungsprogramm profitieren können.
Das Behandlungsprogramm ist schulenübergreifend (verhaltenstherapeutisch, psychodynamisch und systemisch) und störungsorientiert (Arbeit an störungstypischen Defiziten)und basiert auf dem zurzeit gängigsten therapeutischen Konzept in der Behandlung von Borderline-Störungen, der Dialektisch-Behavioralen Therapie, DBT.
Das Hauptziel der Behandlung ist eine Stabilisierung der Jugendlichen, die ihnen ermöglicht in ihrem alltäglichen Leben besser zu Recht zu kommen. Sie sollen lernen anders mit ihren Symptomen umzugehen, diese zu reduzieren und ein besseres Verständnis von sich selbst und ihrer Symptomatik zu entwickeln sowie ihre Beziehungsfähigkeit zu verbessern.

Ansprechperson

Dr. med. U. Böhnke, Triagestelle stationär Klinik Neuhaus

Familienrechtliche Gutachten

Die Begutachtungen werden hinsichtlich der Regelung der elterlichen Sorge, der elterlichen Erziehungsfähigkeit, der Obhut der Kinder, des Besuchs- und Kontaktsrechts erstellt. Zudem werden Fragen zu einer allfälligen Kindeswohlgefährdung und damit einhergehende Kinderschutzmassnahmen wie angeordnete Beratung, Beistandschaft und Obhutsentzug behandelt.

Angebot

  • Entscheidorientierte Gutachten
  • Interventionsorientierte Gutachten
  • Delegierte Kindesanhörung
  • Angeordnete Beratung / Begleitung
  • Konsilien
  • Aussagenpsychologische Gutachten

Ablauf der Begutachtung

Die Auftragserteilung wird mit der Gutachtensstelle vorbesprochen, insbesondere die Form des Gutachtens, die Fragestellungen, die Fristen und die Kosten. Die Frist für die Erstellung eines Gutachtens ist abhängig von den Kapazitäten der Gutachtensstelle, der Komplexität, der Dringlichkeit, der Fragestellungen, aber auch von der Kooperation der Exploranden.
Eine entscheidorienterte Begutachtung dauert in der Regel 4-6 Monate. Ist die Fragestellung eingeschränkt, dann kann diese Dauer kürzer sein.
Bei einer interventionsorientierten Begutachtung hängt die Dauer von dem vereinbarten Interventionsteil ab.

Die Begutachtung im familienrechtlichen Bereich beinhaltet mehrere Stunden Untersuchungen der Kindseltern, einzeln oder zusammen, je nach Form des Gutachtens. Weitere enge Bezugspersonen werden je nach Fragestellung und Betreuungssituation ebenfalls eingeladen. Die Kinder werden mit dem jeweiligen Elternteil und je nach Alter einzeln untersucht. Je nach Fragestellung findet auch eine Verhaltensbeobachtung zwischen den Eltern und den Kindern statt. Ebenso werden involvierte Fachpersonen und Informationsquellen wie Beistände, Lehrer, Ärzte oder Therapeuten einbezogen.
Die Begutachtung wird in der Regel ambulant durchgeführt. Es ist aber auch möglich, diese während eines stationären Aufenthalts durchzuführen, wenn die Einweisung aus medizinischen und therapeutischen Gründen erfolgt.

Auftragsvergabe

Auftraggeber sind ausschliesslich Zivilgerichte und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden. Aufträge von Privatpersonen oder Parteiengutachten werden nicht entgegengenommen. Die Kosten für die Begutachtung werden dem jeweiligen Auftaggeber in Rechnung gestellt.

Empfehlungen für die Auftragsvergabe von Gutachten

Ansprechperson

Dr. phil. Erica Desch

T 031 310 03 20
E Mail

Lageplan Mühlemattstrasse

Forensiknetzwerk

Das Forensiknetzwerk ist ein im Auftrag des Regierungsrates des Kantons Bern entwickeltes Kooperationsprojekt der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie und verschiedenen zugehörigen pädagogischen Institutionen.

Neben der ambulanten Durchführung von zivil- und strafrechtlichen Begutachtungen und Therapien im Einzel- und Gruppensetting stehen therapeutische Fachpersonen der Kinder- und Jugendpsychiatrie den pädagogischen Institutionen zur Durchführung von Konsilien und Therapien zur Verfügung, oder sind von diesen angestellt. Die Durchführung von stationären Gutachten wird in Kooperation zwischen der aufnehmenden pädagogischen Institution und den Fachpersonen der KJP durchgeführt.

Zudem werden in den Strukturen des Forenssiknetzwerkes von Zivil- und Strafrechtsbehörden zugewiesene Massnahmen/Platzierungen durchgeführt.

Angebot

  • Begutachtungen: Zivilrechtlich; Strafrechtlich
  • Forensische Therapien ambulant und im stationär
  • Durchführung von Massnahmen/ Platzierungen
  • Kinder- und Jugendpsychiatrische Kriseninterventionen
  • Weiterbildungsinstitution für Kinder- und Jugendforensik
  • Beratung von Behörden

Ansprechperson

Dr. med. U. Böhnke, Triagestelle stationär Klinik Neuhaus

Anorexiebehandlungsprogramm

Nach Indikationsstellung durch das interdisziplinär zusammengesetzte Triage-Fachteam wird auf gemischt zusammengesetzten Stationen das verhaltenstherapeutisch-systemisch orientierte Esstörungs-Behandlungsprogramm durchgeführt. Das Konzept basiert auf einem mehrstufigen Therapieprogramm, welches darauf aufbaut mit kontrollierter Gewichtszunahme zunehmend Verantwortung von den Behandelnden und den Eltern wieder an die Jugendliche oder das Kind zurückzugeben. Die Behandlung integriert eine komplette Tagesstruktur mit Schulunterricht, Gruppenleben, handwerkliche Ateliers, Einzel- Familien- und störungsspezifische Gruppentherapie.

Der Aufenthalt orientert sich zeitlich am Gewichtverlauf und wird nach einer ersten, intensiven Phase von Gewichtszunahme und psychischer Stabilisierung neu beurteilt und geplant. Dieses Recontracting legt die Behandlungsplanung der zweiten Therapiephase fest und geschieht nur mit Motivation und gemeinsamem Einverständnis des Jugendlichen und seiner sorgeberechtigten Eltern.

Ansprechperson

Dr. med. U. Böhnke, Triagestelle stationär Klinik Neuhaus

Früherkennungs- und Therapiezentrum für psychische Krisen Bern (FETZ Bern)

Das Angebot des FETZ richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren sowie Erwachsene bis 40 Jahre, bei denen der Verdacht auf eine sich möglicherweise entwickelnde psychotische Störung besteht. Eine Zweitmeinung zu bereits diagnostizierten ersten psychotischen Episoden wird nicht erteilt.

Das Angebot dient der Risikoabklärung und Beratung sowie ggf. der Einleitung einer Behandlung. Zur Risikoabklärung kommen eine ausführliche Anamnese, klinische Interviews, Fragebogen und neuropsychologische Untersuchungen zum Einsatz, die bei Erhärtung des Risikoverdachts durch körperliche Untersuchungen (Blutbild, MRT, EEG) ergänzt werden.

Kontakt

Früherkennungs- und Therapiezentrum für psychische Krisen Bern (FETZ Bern)
Effingerstrasse 14a, 3011 Bern,

T 031 300 39 20
F 031 300 39 29

E-Mail

Weitere Informationen

Spezielle Gruppentherapie für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA)

Gruppentherapie der Ambulanten KJP Emmental/Oberaargau für Unbegleitete Minderjährige Asylsuchende (UMA) des ganzen Kantons mit den Inhalten:

  • Psychoedukation (zum Thema Gefühle, Umgang mit Gefühlen sowie Traumata und Symptome einer Traumafolgestörung)
  • Bearbeiten der Erlebnisse von Flucht und Verlust
  • Entdecken eigener Ressourcen und Entwicklung einer Zukunftsperspektive
  • Entspannung mithilfe von hypnotherapeutischen Methoden
  • Förderung des Zugehörigkeitsgefühls durch Kennenlernen von anderen UMAs mit ähnlichen Erlebnissen

Ansprechpersonen

Dr. med. Heike Möhlen, Ärztin
lic. phil. Christian Wittwer, Psychologe

Waldgruppe

Therapeutisches Gruppenangebot der Ambulanten KJP Emmental/Oberaargau im Wald für Kinder in der 1.- 4. Klasse mit den Zielen, vorhandene Fähigkeiten zum Aufbau tragfähiger sozialer Beziehungen zu fördern und zu verstärken, positive Erfahrungen im Umgang mit anderen Kindern zu ermöglichen und einen Rahmen und Übungsfeld für verschiedene soziale Verhaltensweisen anzubieten.

Ansprechpersonen

lic. phil. Christian Wittwer, Psychologe

Kontakt

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Direktion
Stöckli, Bolligenstrasse 111
3000 Bern 60

T 031 932 84 90
E-Mail