Wenn der Winterblues auf die Stimmung drückt

11.12.2020

Am Morgen lange finster und abends bereits früh wieder dunkel. Draussen ist es kalt und häufig nass. Die Winterzeit schlägt vielen Menschen auf das Gemüt und kann zu einer Winterdepression führen. Dieses Risiko kann durch das Coronavirus zusätzlich gesteigert werden.

Die Betroffenen sind schwer beeinträchtigt durch eine anhaltende Niedergeschlagenheit sowie eine Minderung von Interesse und Antrieb erklärt Prof. Dr. med. Christoph Nissen, Chefarzt und stv. Direktor der Universitären Psychiatrischen Dienste UPD im Interview mit Radio neo1.

Am Morgen mag man nicht aufstehen. Wozu auch? Draussen ist es dunkel und kalt. Die Antriebsschwäche zieht sich durch den gesamten Tag und am Abend hat man auch keine Energie mehr, um noch etwas zu unternehmen. Man verkriecht sich in den eigenen vier Wänden, schläft und isst zu viel. Die überzähligen Kilos drücken zusätzlich auf das Gemüt. Eine Negativspirale aus niedergedrückter Stimmung, schlechtem Gewissen und Antriebslosigkeit nimmt Fahrt auf. Zu der Winterdepression in der sich viele Menschen kraftlos und alleine fühlen kommt dieses Jahr das Coronavirus, welches verlangt möglichst viel zu Hause zu bleiben und möglichst wenige Menschen zu treffen. Deshalb kann sich Prof. Dr. med. Christoph Nissen der UPD vorstellen, dass es vermehrt Fälle von Winterdepressionen geben wird.